Archive für Juli 2010

Auf Siegfrieds Spuren

Dieses Wochenende durfte die Gegend rund um die Bergstrasse mal zeigen was sie drauf hat. Denn ich beschloss mich ihrer mal etwas zu widmen. Und wie ich schon so oft angedeutet habe, wissen die hier zu feiern. Wie die schlauen Leser unter Euch ja wissen, befinde ich mich hier ja inmitten der berühmten Niebelungengegend, wo der Olle Siegfried den Drachen aufspießte und die Kriemhild zur Witwe wurde. Wohin Du nach dem Genuss von Äpplwei auch fällst, immer wieder wirst Du auf Kultur treffen, Historie, Geschichten und Geschichte. Also kurz um, ordentlich was zu sehen.

Für mich ging es in Lorsch los, also ganz locker am Samstag. Ich interessierte mich dort für das Kloster von Lorsch, welches weit über die Grenzen der Bergstrasse bekannt ist. Es war Jahrhunderte lang prägend für die Geschicke und Geschichte des Odenwaldes. Von der fränkischen Oberschicht wurde es bereits im 8. Jahrhundert gegründet. Das Kloster wurde größer und nach einem Rechtsstreit 772 an Karl den Großen übergeben. Damit war das Kloster ein Königskloster, was einiges an Privilegien und Immunität mit sich brachte. Erst 1229 verlor das Kloster seine große Bedeutung. Doch im 14. Jahrhundert wurde nochmals ein sehr bekanntes Gebäude gebaut- die Königshalle. Doch auch das half nicht lange, denn irgendwann ab 16 hundert Hemdhoch, diente das Kloster nur noch als Steinbruch. Im 19. Jahrhundert dann, veranlasste der Großherzog von Hessen-Darmstadt den Ankauf des Klosters durch den Staat und somit konnte es ein wenig erhalten werden.

Die Grundsteinlegung der Königshalle wird bereits im 9. Jahrhundert vermutet, genaues weiß man nicht. Auch der Bestimmungszweck ist nicht so richtig klar und die Forscher wundern sich, doch die Laien staunen auch nicht schlecht. Doch auch wenn man die Gründe und Zeiten nicht kennt, ist der Bau aus der karolingistischen Zeit eines der wichtigsten seiner Epoche, so wichtig, das es zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde!

Doch für noch etwas ist das Kloster Lorsch berühmt geworden: Das “Lorscher Arzneibuch”, welches als die älteste medizinisch-pharmazeutische Schrift deutscher Herkunft gilt. So wurde im Jahr 2000 an Gedenken an diese Zeit und auch an das Gedicht “Hortulus” von Walahfrid Strabo, ein Kräutergarten errichtet der viele sehr Interessante Kräuter enthält und wunderbar duftet. Leider empfand ich die Gesamte Anlage als eher ungepflegt und ich dachte es könnte mal wieder der Gärtner durchs Kloster gehen. Okay, vielleicht ist das auch der Tagelangen Hitze zuzuschreiben.

Dann wollte ich mich aufmachen nach Zwingenberg, blieb aber auf dem Weg dorthin am “Fürstenlager” in Bensheim- Auerbach hängen. Staatspark Fürstenlager, wie es richtig heißt. Dieser liegt in einem schmalen Tal und war einmal die Hoffnung für den Grafen Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt, der hier eine Goldgrube in Form eines Heilbades sah, doch versiegte und verschlammte die Quelle bald und nichts wurde aus dem Geschäft. Der Park selbst entstand 1739 und erlebte eine Blütezeit als er Sommerresidenz des Erbprinzenpaares Ludwig X. und Luise wurde. Ab 1790 ließ Ludwig einen Park anlegen und am Fuße eine Art künstliches Dorf, in welchem er und seine Bediensteten dann auch in bescheidenen Verhältnissen lebten um einmal im Jahr den Strengen Sitten und Gebräuchen an Hofe zu entfliehen (ja Probleme hatten die auch damals). Ich kann Euch nur sagen, der Park ist wirklich ein muss wenn man sich hier an der Bergstrasse aufhält. Viele Wander- und Spazierwege führen durch ihn und um ihn herum, tolle Ausblicke und Rastplätze laden zum verweilen und träumen ein. Also schaut ihn Euch selbst an.

Weiter ging es durch den Odenwald, nach Erbach, wo gerade ein Markt stattfand. Da war ganz schön was los, war er doch Markt, Gewerbeschau und Rummel in einem. Schwerpunkt lag auf Essen und Trinken, und ich war wirklich fasziniert von der tollen Anzahl von sehr Kreativen Fressbuden. Hätte ich nicht fahren müssen, wäre ich hier mit Sicherheit versumpft. Doch der Samstag neigte sich dem Ende und ich begab mich langsam Richtung Heppenheim, wo bereits für den Sonntag Event  aufgebaut wurde: Vettelheim!

Denn der Vettel kam mit seinem Rennauto und einem Riesen Gefolge an Technik, Show und anderen Rennfahrern. Das Fernseh und das Radio waren auch da und es herrschte Ausnahmezustand. Sogar die Ortsschilder wurden tatsächlich mit Vettelheim Schildern überhangen. Festhalten: 120 000 Besucher waren in unserem kleinen Städtchen und wie bei der Formel 1, flog auch immer brav der Kamerahubschrauber über uns hinweg. Leider sah man nur sehr wenig, einmal wegen der Menschenmassen und weil, eben auch wie in der Formel 1, die Karre dauernd den Geist aufgab. Aber da waren ja noch Smudo und ein DTM Fahrer. Am besten war der Motorradfahrer, der mit Abstand die beste Show ablieferte. Das Stundenlange stehen in der Hitze forderte auch einiges an Opfern. Und jetzt noch einen Appell an Eltern und Hunde Halter:

SEID IHR EIGENTLICH BESCHEUERT?!?!??! Wie kann man mit einem ein paar Monate alten Baby an einer Rennstrecke stehen und dem Kind keinen Gehörschutz aufsetzten?? Nicht nur ein Kind gesehen! Wie kann man seinen Hunden das selbe antun?!? Verantwortungslos und total daneben! Herr wirf Hirn vom Himmel!!!!

So und nun wünsche ich Euch wie immer viel Spaß mit den Bildern und ein paar Videos, da die Autos so schnell waren war Fotografieren irgendwie nicht drinnen. Wünsche Euch eine schöne Woche und begebe mich an den Herd.

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